Von der Republik Kugelmugel nach Whangamomona – Reisen im Archipel der Mikronationen

Von der Republik Kugelmugel nach Whangamomona – Reisen im Archipel der Mikronationen

Sie waren schon überall? Sie kennen schon alle 192 von den Vereinten Nationen anerkannte Staaten? Dann darf ich Sie heute zu wirklich exotischen Plätzen entführen – in das Fürstentum Seeland, die Grafschaft Caux, Whangamomona, die nördlichen Knödel-Inseln oder die Republik Kugelmugel. Es ist ein Archipel selbsternannter Staaten, offener Eitelkeiten und versteckter Geschäftemacherei, gekränkter Visionäre, seltener Briefmarken und Währungen. Exotik pur.

Der Sager „Vorarlberg ist too small for me“ hat ja schon Sprichwort-Charakter. Ich halte dagegen: „Vorarlberg ist too large for me“. Schauen wir uns deshalb in diesem Sommer gemeinsam Mikronationen an. Der grandiose Musiker Frank Zappa hat einmal gemeint, richtige Staaten hätten ein eigenes Bier und eine eigene Fluglinie – hilfreich sei auch ein Fußballteam, Nuklearwaffen könnten nicht schaden, aber das wichtigste sei ein eigenes Bier. Schauen wir einmal, ob die für Österreicher nahe gelegene Republik Kugelmugel Zappas Kriterien erfüllt.

Die Kugel ruht auf der Mugel – die Republik Kugelmugel

Die Kugel besteht aus braunen Holzfertigteilen, hat einen Durchmesser von 7,68 Metern, ruht auf einem Mugel, hat kein Hotel oder Restaurant und daher gibt’s auch kein Bier. Das bekommt man nur im feindlichen Ausland, z.B. im nahe gelegenen Schweizerhaus im Wiener Prater. Der einzige Bewohner von Kugelmugel, der sich aber selten blicken lässt, ist Generalvolksanwalt und Präsident seiner Republik und gleichzeitig deren Hofmaler. Amtssprache ist Deutsch und die Hauptstadt heißt ebenfalls Kugelmugel.

Das Königreich Elleore – die älteste Mikro-Nation

König Leo III herrscht über 263 Bürger, die Währung heißt leo d´or, eine von Numismatikern weltweit gesuchte Währung. Das Königreich ist nur einmal im Jahr während der „Elleorian Woche“ erreichbar, aber Sie können mit der dänischen Sagafjord-Fähre am Königreich vorbeifahren. Landen dürfen nur Bürger von Elleore. Um Bürger von Elleore zu werden haben Sie zwei Möglichkeiten:

Sie müssen zwölf Jahre alt sein und in die private Kildegaard-Schule gehen, einen Einführungskurs in die Kultur von Elleore machen und dann wird man Sie fragen, ob Sie ein Bürger von Elleore werden möchten oder nicht. Es gibt allerdings noch einen zweiten Weg: Die Empfehlung von zwei Bürgern von Elleore. Sie haben die Wahl….

Das Königreich ist übrigens die Älteste der Mikronationen, es wurde 1944 gegründet.

 

 

Think global buy local –  Die Freistadt Christiania

Mit 1.000 Einwohnern ist Christiania eine der größten Mikro-Nationen. Es wurde 1971 gegründet und beansprucht 320.000m² in Kopenhagen (Dänemark). Christiania ist bekannt als „Amsterdam von Skandinavien“. Christiania lebt vom Tourismus und ist in Kopenhagen über die U-Bahn-Station Christianshavn leicht zu erreichen. Positiv: Sie brauchen kein Einreisevisum.

Dieses Whangamomona, wo liegt das jetzt genau?

Ziemlich genau vis-a-vis von Österreich auf Neuseelands Nordinsel bei Stratford. Negativ: Sie brauchen einen Pass um drei Neuseeland-Dollar, denn die W-Grenzer sind bekannt für ihre Treffsicherheit mit Wasserpistolen. Manche Orte üben aufgrund ihrer Wortmalerei, ihres Sprachklangs enorme Anziehungskraft aus. Lassen Sie doch das Wort „Whangamomona“ auf der Zunge zergehen….Die Zappa-Kriterien sind übrigens bezüglich des Biers erfüllt. Die Whanga Burgers kann ich auch nur empfehlen und „Republic Day“ im Jahr 2009, das größte Fest der Rugby-vernarrten Nation. Fahren Sie doch hin, denn wie Präsident „Murtle the Turtel“ (keine Verwandtschaft mit Österreichs bekanntesten Baumeister!) in seiner Antrittsrede so schön sagte: „ Wir wollen keine Touristen, sondern aufregende Menschen, aber auch die nicht zuviel“. Viel Spaß!

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Factbox:

Mikronationen – Wikipedia-Definition:

Als Mikronationen werden Gebilde bezeichnet, die wie eigenständige souveräne Staaten auftreten und den Anschein erwecken, mit staatlicher Autorität zu handeln, obwohl bei Ihnen Eigenschaften fehlen oder wenigstens stark umstritten sind, die einen Staat nach Völkerrecht ausmachen.

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