Der Maler Raffael, Valentino Rossi und die Trüffeln

Der Maler Raffael, Valentino Rossi und die Trüffeln

Impressionen aus den mittelitalienischen Marken

 

Was haben Valentino „The Doctor“ Rossi, der 7fache Motorrad-Weltmeister und der 500 Jahre früher geborene Madonnen-Maler Raffael gemeinsam? Beide stammen aus der Renaissancestadt Urbino, die 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Gebäude bestehen aus honigfarbenen Backsteinen. Die Stadt verteilt sich über zwei steile Hügel. Daher überall Treppen. Treppen rauf, Treppen runter. Urbino gilt als Idealstadt der Renaissance. Im Mittelpunkt des Städtebaus steht der reale Mensch als Maß der Stadtgestaltung. Das Zentrum der Stadt bildet die Piazza della Repubblica, von ihr geht alles aus, von dort geht man in die anderen Teile der Stadt und kehrt am Abend wieder ins Caffé Centrale oder in ein anderes der belebten Cafe´s zurück. Nach Besichtigung des grandiosen Herzogspalast, des Palazzo Ducale, steil hinauf zum Geburtshaus Raffaels. Montefeltro heißt die Gegend um Urbino, nach dem Herzog, der Urbino anlegen ließ. Das Montefeltro ist Kurve an Kurve, hochschaubahnartige Strassenverläufe. Man beginnt zu ahnen, wo und wie sich Valentino Rossi seine Fahrkünste antrainiert hat.

 

Urbino – wo liegt das überhaupt? Die Region „Marken“ gehört zu Mittelitalien und zählt selbst bei Italienern als Geheimtipp. Die Marken liegen zwischen Adria und Apennin und bieten „Italianitá“ in Reinkultur: Lebendige Kleinstädte auf sanften Hügeln, Kunst und Kultur, dolce far niente, Mode und Meer, landwirtschaftliche Produkte hoher Qualität, daher bestes Essen und Trinken.

 

Der Trüffelkalender von Acqualagna: Die weiße Trüffel vom 1. Oktober bis 31. Dezember, die wertvolle schwarze Trüffel vom 1. Dezember bis 15. März, die weißliche Trüffel vom 15. Jänner bis 30. April, die schwarze Sommertrüffel vom
1. Mai bis 31. Dezember. Acqualagna ist die Hauptstadt der Trüffel. Zur nationalen Trüffelmesse Ende Oktober/Anfang November ( der Messetermin 2006: Vom 29. Oktober bis 12. November) .kommen an die 80.000 Besucher in den 4.000 –Einwohner-Ort. Zwei Drittel der italienischen Trüffel-Produktion werden in und um Acqualagna umgesetzt und gehen überwiegend in den Export. Die Gegend hier ist nicht nur Trüffel-, sondern auch Wildschwein-Land. Trüffel, Trüffelolivenöl, Trüffelbutter,Trüffelstreichkäse, Trüffelaufstriche für Crostini und Bruschetta, Wildscheinschinken, Wildschweinsalami.

 

Städte auf Hügeln,Hügel an Hügel wie sanfte Riesenwellen, Felder in Gelb-, Beige- und Brauntönen, Pinien, Zypressen, Olivenhaine. Die Lehm- und Kalkböden der märkischen Hügel zwischen Adria und Apenninn sind gut für den Weinbau. Der fruchtige Weßwein Biancello di Metauro und der Falerio dei Colli Ascolani zu Vorspeisen und Fisch. Der bekannteste Marken-Weißwein: Verdiccio dei Castelli di Jesi. Kräftige, trockene Rotweine sind der Rosso Conero und der Rosso Piceno Gut zu Pasta und Fleisch, zu Wild, Lamm und Käse.

 

Die Marken waren bis 1860 Teil des Kirchenstaates. Der Adel ist noch immer sehr stark vertreten. Die Marken sind ein Land der ungewöhnlich lebendigen Kleinstadtkultur, es herrscht ein intaktes urbanes Leben, in dem sich Tradition und Moderne auf originelle Weise verbinden. Die Vorteile des urbanen Lebens lassen sich ohne seine Mängel genießen. Überall finden beachtenswerte kulturelle Aktivitäten statt, die märkischen Kleinstädte sind Muster an Lebensqualität.

Die Marken haben wahrscheinlich die größte Theaterdichte der Erde – 70 voll eingerichtete Theater aus dem 19. Jahrhundert mit roten Plüschsitzen, vergoldeten Ballustraden, guter Akustik für 1,4 Millionen Einwohner.

 

Factory Outlet – Shopping entwickelt sich in der Gegend um Civitanova und Sant ´Elpidio a Mare. Italienische Schuhmarken wie Tod´s lassen hier produzieren, genauso wie Gucci und Armani. In zahlreichen Outlets gibt es günstig Markenschuhe und gehobene Mode.

 

Chi po non vo. Chi vo non po. Chi sa non fa. Chi fa non sa. Wer kann, will nicht. Wer will, kann nicht. Wer weiß, handelt nicht. Wer handelt, weiß nichts. So lautet eine Inschrift aus dem 15. Jahrhundert in Ascoli Piceno in der Via Lunga Nr. 19. Und die Inschrift weiter: Und deshalb geht es in der Welt schlecht zu. Et cosi el mundo mal va. Überhaupt Ascoli Piceno! Vielleicht einer der schönsten Hauptplätze Italiens mit seiner Piazza del Popolo. Ein öffentlicher Salon – salotto genannt –  mit spiegelnden Travertinboden, Arkaden vor den Geschäften als Schutz vor den Unbilden des Wetters und Schauplatz der abendlichen passegiata bei der die Askolaner in Kleingruppen auf- und abschlendern. An der Piazza Arringo liegt das Rathaus mit dem Provinzmuseum. Überraschender Österreichbezug: Im Museum finden sich zahlreiche Werke des in Göttweig geborenen, 1497 in Ascoli verstorbenen Malers Pietro Alemanno.

 

Den ganzen Juli über ist Antiquitätenmesse in Pennabilli, ein verstecktes Kleinstädtchen im Hinterland von Urbino. Der Weltbestseller-Autor Umberto Eco hat dort in der Gegend ein Haus, in der Bischofsstadt selbst hat der Schriftsteller und Drehbuchautor von Fellini-Filmen tonino Guerra poetische Orte angelegt. „Den Garten der vergessenen Früchte, die Zuflucht der verlassenen Madonnen, das Schneckenportal, die Sonnenuhr der Begegnung, das Heiligtum der Gedanken“. Das Projekt der poetischen Orte ist dem guten Leben gewidmet – so wie Marken überhaupt ?

 

TIPPS:

 

Urbino:

Übernachten:

Hotel Bonconte in einem Palazzo an der Stadtmauer mit Blick über die Hügel und Parkplatz vorm Eingang. Kleine Zimmer. Via delle Mura 28, Tel. + 39 0722 – 2463 / Fax + 39 0722  – 4782. www.viphotels.it

 

Essen:

„Vecchia Urbino“: Via Vasari 3/5. Urbinos Spitzenrestaurant.

„Al Girarrosto“: Piazza San Francesco 3. Gegrilltes draußen auf der Piazza.

 

Ascoli Piceno:

Übernachten:

Palazzo Guiderocci direkt im Zentrum. Komplett neu renovierter Palast mit sehr schönen, riesigen Zimmern. Garage in Nähe. Via Cesare Battisti 3. Tel +39 0736 244011 / Fax + 39 0736 243441. www.palazzoguiderocchi.com

Essen:

„Enoteca Migliori“: Piazza Arrigo 2. Feinkostladen, Vinothek und Mini-Ristorante.Gustieren, probieren, kosten. Wunderbare frittierte „Olive Ascolani“, die mit Fleisch und Käse gefüllten Oliven.

„Del Corso“: Corso Mazzini 277-279. Slow Food-Lokal mit Ausrichtung auf Fischen.RT:Mo

„Trattoria da Middio“:Via delle Canterine 53, Slow Food-Lokal mit bodenständiger Küche.RT: So,Mo

„Caffé Meletti“: Jugendstilcafé an der Piazza del Popolo.

 

Acqualagna

 

Die Trüffelhauptstadt hat ihre Infos unter www.acqualagna.com . Allerdings nur in italienisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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